Fernweh sucht Heimweh


Anneliese Merkač-Hauser
Fernweh sucht Heimweh
Lyrik
ISBN 978-3-902832-20-7
96 Seiten, 22 cm x 13,5 cm, Hardcover
Fran Verlag, Klagenfurt, 2020
Preis: 19,00 €

Die Buchvorstellung wird am Dienstag, den 24. 3. 2020 um 19.30 Uhr
im Robert Musil Literatur Museum in Klagenfurt stattfinden.



Schon im Titel „Fernweh sucht Heimweh“ beschreibt der neue Band von Anneliese Merkač-Hauser eine Spannung, die grundlegend scheint für die einen weiten Bogen zeichnenden, in sechs Zyklen versammelten Gedichte.
Es sind zwingende Gedichte, die von elementarsten Erfahrungen sprechen, in denen die gewöhnlichen Bedeutungen der Wörter verschoben werden. Jeder Text erscheint als Resonanzraum, in dem das Alltägliche und das Erhabene, das Versehrte und das Schöne, das Gewesene und das nie Verwirklichbare sich zusammenfinden zu überraschenden Sprachbildern.
Thema dieser poetischen Weltvermessung ist nichts weniger als die menschliche Existenz in ihren Möglichkeiten und ihren Unmöglichkeiten, in ihrem Sehnen, ihrem Hoffen, ihrer Fragilität und ihren verlorenen Träumen.
Umgeben von verstörter Natur, dem Wissen um die zivilisatorischen Brüche unserer Geschichte und den großen sozialen Fragen der Gegenwart, suchen die lyrischen Ichs dieses Bandes nach einer prekären Balance zwischen Dunkelheit und Licht, zwischen Melancholie und Auflehnung, zwischen der Begrenztheit von Leben und der Sehnsucht nach Aufhebung aller Begrenzungen. Knapp, lapidar und umso eindringlicher registrieren die Gedichte Formen des Verlusts und der Vergänglichkeit und bestehen zugleich – heute nach gestern – auf einer gerade noch möglichen Ahnung eines weiteren Raums: Flamingofarben leuchten am Horizont.
Gegen jede literarische Zeitgeistigkeit behauptet Anneliese Merkač-Hauser ihren ganz eigenen Ton und den Ernst eines Schreibens, das sich an die Grenzen des Sagbaren wagt.

Petra Nagenkögel